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blog.3.19

Von Britta Laupichler, Hundeschule Hund-aufs-Herz

„Sitz“ und „Platz“ sind nicht erwünscht

Hunde empfinden Angst und Unwohlsein, das ist bekannt und unzweifelhaft. Die Auslöser des Unwohlseins sind mannigfaltiger Art. Bei vielen Hunden ist ein Auslöser der Besuch beim Tierarzt.
Warum ist das so? Nun, weil die meisten Hunde dort schlechte Erfahrungen machen: sie werden auf dem Behandlungstisch gegen ihren Willen fest gehalten, sie werden untersucht was womöglich unangenehm ist, sie bekommen eine Spritze … Die Aufzählung ließe sich sehr lange fortsetzen. Es ist die Unsicherheit was nun passieren wird: gibt es wieder ein tolles Leckerlie und 1x abhorchen und fertig oder passiert doch was Schlimmeres? Unsere Hunde wissen das nicht, und dieses Nicht-Wissen schürt Unwohlsein.
Noch dazu kommt die Aufregung schon im Wartezimmer: so viele fremde Tiere und Menschen, es riecht nach Angst, Nervosität, Krankheit. Das Wartezimmer ist ja auch oft kein sehr gemütlicher Ort, auch wenn sich mittlerweile viele Praxen bemühen, es irgendwie angenehm zu gestalten. Dennoch, es gibt dort keine weichen Körbchen, keine Kuschelecken, keine Auswahl an leckeren Kauknochen… Also unterm Strich: der Besuch beim Tierarzt, mag er/sie noch so nett sein, ist für die meisten Hunden unangenehm.

Umso wichtiger ist es für jeden Hund, dass sein Mensch sich freundlich um ihn kümmert, auch während der Wartezeit. Und hier sind wir beim Thema: zu dem freundlichen Kümmern gehört für mich KEIN „Sitz“ und KEIN „Platz“. Warum? Ein Hund, der unsicher ist, womöglich Angst hat, hat sehr oft Probleme sich ruhig hin zu setzen oder gar ruhig hin zu legen. Er ist lieber in Bewegung (Bewegung baut Stress ab), oder zumindest bleibt er lieber stehen, auch um vor eventuell auftretenden Gefahren flüchten zu können, in diesem Fall vor der Behandlung. Speziell für junge Hunde ist ein Ruhekommando im Wartezimmer meist kaum um zu setzen. Junge Hunde sind oft sehr bewegungsfreudig, speziell in unbekannten Situationen, und dann sind da noch die ganzen anderen Hunde, Katzen, die neue Gerüche usw. Dazu kommt noch, dass der Untergrund des Wartezimmers, auf jeden Fall für ältere Hunde, oft unangenehm ist, da hart und/oder rutschig. Da legt sich kein kranker, alter Hund gerne hin.

Und doch ist eines der häufigsten Worte, die man im Wartezimmer hört, „Sitz“ oder „Platz“. Oft tun die Hunde das dann nicht, aus purem Unwohlsein, aus Angst, oft sicher auch weil sie Schmerzen haben, denn sie sind ja aus irgendeinem Grund beim Arzt. Wenn sie Pech haben, besteht der Mensch darauf und wird unfreundlich. Wie muss der Hund sich dann fühlen: er hat eh schon Angst vor der Behandlung, wahrscheinlich ist er auch krank, und dann ist sein Mensch auch noch so unfreundlich zu ihm und zwingt ihn in ein Kommando, was für den Hund in diesem Moment absolut keinen Sinn ergibt, was ihn der stressigen Situation nur noch mehr ausliefert. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn der Hund auf keinen Fall freiwillig mit ins Behandlungszimmer geht, wenn er dann, dort angekommen, hechelnd in der Ecke steht, wenn er aus Angst uriniert, wenn er den Arzt anbellt….

Es geht auch anders! Wenn mein Hund Angst beim Tierarzt hat, dann warte ich gar nicht längere Zeit im Wartezimmer, sondern draußen im Auto oder auf einer Wiese. Das ist viel entspannter. Wenn ich doch, kurz, im Wartezimmer bin, hören meine Hunde nie ein „Sitz“ oder ein „Platz“. Sie dürfen stehen bleiben, sie dürfen ein wenig den Raum erkunden (natürlich nur wenn ausreichend freier Platz da ist), sie dürfen sich hinlegen und wieder aufstehen, sie dürfen auch zittern und winseln. Denn das alles ist ihr derzeitiger Gemütszustand und den kann man nicht durch ein Kommando verändern. Warum denn auch? Es ist doch absolut normal und auch nachvollziehbar, dass der Hund sich unwohl fühlt, weil er eben gelernt hat: jetzt kommt was nicht so tolles. Ich kann doch nicht von meinem Hund erwarten jetzt „mal ganz tapfer zu sein und sich nicht so an zustellen“. Das sind ja sowieso, in meinen Augen auf jeden Fall, absolut falsche Anforderungen – an jedes Lebewesen.

Ich streichele meine Hunde, ich nehme ihnen eine Decke zum drauflegen mit, ich gebe ihnen Leckerlis, ich bin ganz einfach für sie da, während wir im Wartezimmer warten.

Wir müssen uns nicht seltsam vorkommen, wenn wir uns um unseren besten Freund kümmern, wenn wir ihm Trost spenden und ihn unterstützen in einer für ihn schwierigen Situation. Wir selber sind doch auch froh, wenn uns jemand beisteht wenn wir Angst und Schmerzen haben und wenn wir nicht genau wissen, was nun als nächstes passiert.

Also „Sitz“ und „Platz“ sind unerwünscht im Wartezimmer, freundliche Ansprache und verständnisvolles „Da-Sein“ sind absolut erwünscht!

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n   Ohne Frage – Motivation ist ein sehr wichtiges Thema bei der Hundeerziehung, sie bildet die Grundlage für ein erfolgreiches Training. Häufig wird bei diesem Thema an Belohnungen gedacht, daran, was man seinem Hund anbieten kann, damit er bereit ist, mit einem zusammenzuarbeiten. Hier stehen grundsätzlich mehrere Möglich-keiten zur Verfügung:

  1.  Die Futterbelohnung. Bei ihr ist es wichtig, Leckerchen zu wählen, die der Hund auch wirklich mag! Klingt logisch, wird aber häufig nicht praktiziert. Oft bekommt unser Vierbeiner für gute Leistung die gleichen Trockenfutterkörner angeboten, die er morgens schon gelangweilt im Napf vorgefunden hat. Viel besser hingegen wären Wurst (möglichst wenig gewürzt), gekochte Fleisch-stücke oder Käse (Butterkäse, junger Gouda). Wer nun glaubt, das seien aber schon sehr besondere Schmankerl und der Hund könne sich ja nun wirklich auch mit einer weniger guten Futterbelohnung zufrieden geben, der denke über folgendes Beispiel nach: Wir fragen Sie, ob Sie uns helfen würden, unseren Keller aufzuräumen. Falls ja, werden Sie nach der Entrümpelungs-arbeit als Dankeschön ein trockenes Knäckebrot bekommen. Sind Sie motiviert? So richtig motiviert, so dass Sie mit Begeisterung an diese Aufgabe herangehen? Etwa nicht? Okay, dann versuchen wir es anders. Wenn Sie uns helfen, den Keller aufzuräumen, kochen wir hinterher Spaghetti mit Trüffel-Weißwein-Soße und frischem Parmesan. Jetzt doch motiviert? Na sehen Sie, genauso geht es Ihrem Hund!
    Natürlich darf es in der Futterbelohnung Varianten von „gutem Futter“ und „sehr gutem Futter“ geben. Für ein Kommando, das der Hund bereits gut kann und das ihm keinerlei Mühe bereitet, muss die Futterbelohnung nicht so herausragend sein wie für ein Kommando, das dem Hund offensichtlich deutlich schwerer fällt. Probieren Sie es doch einmal aus: Geben Sie Ihrem Hund eine Woche lang für das Kommando, das ihm am schwersten fällt (und nur für dieses!) etwas ganz Besonderes, z.B. Leberwurst aus der Tube. Sie werden sehen, seine Motivation, dieses Kommando gut auszuführen, wird deutlich steigen.Die Futterbelohnung ist außerdem die, die dem natürlichen Verhaltens-repertoire eines Caniden am ehesten entspricht, denn auch in der freien Natur ist die Motivation, Handlungen zu zeigen, um an Nahrung zu kommen, hoch.Einige Hundehalter – und auch Trainer – glauben übrigens, der Hund solle nicht für Leckerchen, sondern für sie arbeiten. Unsere simple Antwort: Warum sollte er? Nur weil der Mensch in seiner ganzen Selbstherrlichkeit glaubt, seine Anwesenheit allein genüge schon, den Hund ausreichend zu motivieren? Diese Einstellung hat sehr viel mit Humanpsychologie und gar nichts mit Tierpsychologie zu tun, denn sie entspringt dem Wunsch des Menschen, wenigstens von einem Lebewesen nur um seiner selbst willen geliebt zu werden, ohne etwas Besonderes dafür tun zu müssen. Wir können zwar gut verstehen, dass man sich wünscht, der Hund möge die Kommandos „wie selbstverständlich“ und aus Freude am gemeinsamen Arbeiten ausführen, aber aus biologischer Sicht muss das Lernen für den Hund eine Verhaltensanpassung sein, die ihm in irgendeiner Form Vorteile bringt, er hat keinen Grund „für uns“ zu arbeiten und sieht darin auch keinen Liebesbeweis. Ja, es gibt einige Hunde, die mehr oder weniger ohne Belohnungen unermüdlich und mit Spaß Kommandos ausführen. Für diese Hunde ist die Beschäftigung, das Arbeiten mit ihnen selbstbelohnend. Das können zum Beispiel Vertreter bestimmter Hütehundrassen sein, die züchterisch auf diese Art von Tatendrang selektiert wurden, also eine bestimmte Arbeitsfreude in ihren Genen tragen, was aber auch nicht bei allen Hütehunden der Fall ist. Die meisten Hunde aber brauchen handfestere Vorteile bzw. Belohnungen, um ihr Verhalten den Wünschen des Menschen anzupassen. Wenn man dazu nicht bereit ist, besteht die Alternative, den Gehorsam zuverlässig zu halten, nur in Zwang, anders gesagt im Androhen oder Anwenden von Strafe. Das Vermeiden der Strafe ist für den Hund auch ein Vorteil, daher ist es möglich, über das Androhen von Strafe gewünschte Reaktionen zu erhalten. Aber da ist die Wahl für uns wirklich einfach: Wir geben unseren Hunden lieber bis an ihr Lebensende Belohnungen, als immer wieder Zwang und Gewalt ausüben zu müssen, um sie zum zuverlässigen Arbeiten zu kriegen. Abgesehen davon glauben wir schon, dass unsere Hunde uns wirklich mögen… bestimmt auch wegen der leckeren Futterbelohnungen, die wir für sie bereit halten.

  2. Die zweite Motivationsmöglichkeit besteht darin, mit dem Hund zu spielen, wenn er eine Übung gut ausgeführt hat. Spiel kann eine sehr gute Motivation sein, wenn man einen aktiven, immer zu Abenteuern aufgelegten und spielbegeisterten Hund hat, für den Leckerchen zwar toll sind, aber eben nicht so toll wie spannende Interaktionen. Gerade das Abrufen von anderen Hunden kann durch Spielmotivation (z.B. ein Rennspiel mit dem Halter als Belohnung für das Zurückkommen) oft sehr zuverlässig beigebracht werden. Zwei Dinge sind dabei aber sehr wichtig zu beachten: Erstens muss das Spiel als Belohnung zu dem Kommando passen, das man gerade üben möchte. Wird dem Hund ein Ruhekommando wie beispielsweise „Platz“ beigebracht, und nach jedem Durchgang wird er mit einem wilden Spiel belohnt, so macht man es dem Hund unnötig schwer, da er beim Kommando „Platz“ lernen soll, ruhig und entspannt zu liegen. Die Belohnung „wildes Spiel“ bringt ihn aber jedes Mal in eine ganz andere, aufgeregte Erwartungshaltung, die er beim nächsten „Platz“ innerhalb von einer Sekunde wieder abstreifen soll. Daher eignet sich für Ruhekommandos wie „sitz“, „Platz“, „bleib“ oder „steh“ die Futterbelohnung deutlich besser.Zweitens ist wichtig, dass die Spielmotivation eben MOTIVATION sein soll, kein Aufpushen des Hundes und erst recht keine Erzeugung von Abhängig-keit. Das Spiel mit Gegenständen, insbesondere das ständige Werfen von Bällen oder Stöckchen, hat oft zur Folge, dass der Hund sich sehr aufregt oder sogar derart auf sein Spielzeug fixiert wird, dass er zum Spieljunkie mutiert, der wie ein Süchtiger dem „Motivationsobjekt“ in Herrchens oder Frauchens Hand nachjagt. Oft entsteht beim Hund dadurch ein sehr hoher Stresslevel. Hinzu kommt, dass dieses Spielzeug als Beute so viel Wichtigkeit im Leben unseres Hundes erhält, dass er schnell bereit ist, es gegen Artgenossen zu verteidigen, denn da, wo eine so wertvolle Beute ist, ist die Beuteaggression nicht weit. Last not least stellt sich für uns die Frage, wer wirklich einen Hund haben möchte, dessen Persönlichkeit so weit manipuliert wurde, dass ihn Sozialkontakte zu Artgenossen, das Schwimmen im Wasser oder das Toben über die Wiese nicht mehr interessieren, wenn das Objekt der Begierde in des Meisters Hand vorgeführt wird?! Wir finden es eher erschreckend und traurig, wenn uns Hundehalter mit zufriedener Miene erklären, nach langem Training könnten sie ihren Hund nun endlich an jedem Reiz vorbei führen, solange sie sein Bällchen hoch halten. Dies ist für uns keine Motivation mehr, sondern die Erzeugung von Abhängigkeit. Ebenso, wie der Drogensüchtige sich auf seine Droge nicht wirklich freut, sondern von ihr abhängig ist und ohne sie nicht leben kann. Wir wünschen uns motivierte Hunde, keine süchtigen.

  3. Als weitere Motivationsform gilt die positive Zuwendung in Form von Lob und Streicheln. Wir freuen uns über die gute Leistung unseres Hundes und teilen diese Freude mit ihm über freundliche Worte und zum Beispiel ein wohliges Kraulen über den Kopf. Manche Hunde sind davon sehr angetan, andere finden das o.k. und warten mit fragendem Blick auf die eigentliche Belohnung (z.B. leckeres Futter) und wieder andere finden diese Art der Zuwendung eher aufdringlich und könnten darauf gut verzichten. Dies hängt einerseits vom Charakter des Hundes ab, andererseits aber auch davon, wie Herrchen oder Frauchen loben und streicheln. Denken Sie immer daran, dass Hunde die menschliche Körpersprache oft ganz anders verstehen, als sie von uns gedacht war: Theatralisch anmutende Lobeshymnen mit weit ausladenden Armbewegungen, aufgeregtem Hüpfen und Quietschstimme werden unter Umständen eher als Warnsignal, Unsicherheit oder ungute Aufregung verstanden. Mit tiefer Bassstimme und resolut ausgesprochene Sätze wie „So ist es recht!“, während der Hund mit Klopfbewegungen auf dem Kopf „gestreichelt“ wird, nimmt er eher als Einschüchterung oder evtl. sogar als Aggression wahr. Die Engländer nennen diese Form des Lobes „Give him a headache!“, was so viel bedeutet wie „Mach ihm Kopfschmerzen!“ Eine freundliche, ruhige Stimme und ein sanftes Streicheln wären so mancher Hundeseele lieber. Wir empfehlen: Achten Sie auf die Reaktionen Ihres Hundes! Zeigt er durch Anschmiegen, dass ihm die Streicheleinheit gefällt, oder duckt er sich eher ab und versucht, sich den Berührungen zu entziehen? Wichtig bei der Motivation über positive Zuwendung ist, dass der Hund sie auch als angenehm und motivierend empfindet. Ansonsten ist es nämlich gar keine Motivation, sondern unter Umständen nur freudiger Überschwang unsererseits, weil der Hund gut mitgearbeitet hat.

  4. Zuletzt sei noch eine Motivationsart genannt, die Gott sei Dank von immer mehr Hundehaltern abgelehnt wird und nur noch bei sehr veralteten Trainingskonzepten zur Anwendung kommt: die Meidemotivation. Sie heißt deshalb so, weil der Hund motiviert ist, zu gehorchen, um die Reaktion des Halters zu vermeiden. Gearbeitet wird über einschüchternde Stimme, Schläge, Ziehen an den Ohren, Treten auf die Pfoten und andere Schmerz-einwirkungen, über Vereinsamung, Einschüchterung und psychisches Kaputtmachen, um den Hund dann wieder nach den Wünschen des Halters oder Trainers „aufzubauen“. Der Hund führt alle geforderten Handlungen so schnell wie möglich aus, soweit seine Angst dies zulässt, um einer solchen Strafe zu entgehen. Macht er seine Arbeit wirklich gut, werden von manchen Trainern sogar so genannte „Verleitungen“ aufgebaut, womit gemeint ist, dass der Hund absichtlich dazu gebracht wird, Fehler zu machen, damit man ihn dann wieder strafen kann. In einem Erziehungsvideo über Jagdhunde fällt zum Beispiel der Satz: „Nun müssen wir den Hund zum Ungehorsam zwingen, damit wir das Teletakt (Reizstromgerät) einsetzen können.“ Dieses vollkommen unlogische Vorgehen (Denn der Hund gehorcht ja bereits, und genau das war doch das Ziel, oder?!) lässt leider nur zwei Schlüsse zu: Absolutes fachliches Unvermögen oder eine perverse Lust, den Hund zu strafen, egal, ob er nun hört oder nicht. In dem gleichen Video ist übrigens ein Hund zu sehen, der vor lauter Angst so stark zittert, dass er sein Apportel kaum in den Fang nehmen kann, obwohl er weiß, was er tun soll. Der Ausbilder macht gut gelaunt weiter mit der „Ausbildung“ und bemerkt offensichtlich gar nicht, wie es dem armen Tier geht. So wenig Fachwissen macht wütend und so wenig Empathie macht Angst.

Wir sind froh, dass viele Hundehalter diese Methoden ablehnen und bewusst auf positive Motivation über Futterbelohnung, Spiel oder positive Zuwendung setzen. Aber auch die hat ihre Grenzen, und so hören wir immer mal wieder verzweifelte Sätze wie: „Da kann ich mit einer ganzen Fleischwurst vor seiner Nase herum-wedeln, er macht das trotzdem nicht. Obwohl er Fleischwurst liebt.“ Woran kann das liegen? Wir glauben, dass eine in Aussicht gestellte, attraktive Belohnung eben nur ein Teil der Motivation ist. Zwei weitere wichtige Aspekte dürfen nicht außer Acht gelassen werden:

1. Der Hund muss sich der Aufgabe gewachsen fühlen

Selbst wenn man uns als Belohnung ein wunderschönes Haus mit riesigem Garten und Swimmingpool anbieten würde, wären wir nicht motiviert, an eine Aufgabe heranzugehen, bei der wir davon ausgehen müssten, dass wir scheitern werden. Wir sind beide nicht sehr sportlich, und deshalb würden wir zum Beispiel die Aufgabe „Lauf morgen den 42-Kilometer-Marathon, dann kriegst Du das Anwesen“ gar nicht erst angehen, ganz egal, wie attraktiv die in Aussicht gestellte Belohnung ist. Im Gegenteil, unser Unvermögen, diese Aufgabe zu bewältigen, und der daraus resultierende Frust würden uns dem ganzen Thema Sport oder auch der Person, die uns dieses Angebot gemacht hat, genervt gegenüber stehen lassen.
Genau das gleiche Phänomen beobachten wir auch bei den Hunden. Sie trauen sich die gestellte Aufgabe nicht zu, weil sie zum Beispiel nicht schrittweise an sie herangeführt wurden, weil sie einfach zu schwierig für sie ist oder weil sie keine ausreichende Hilfestellung bekamen. Für den Außenstehenden sieht es so aus, als interessiere der Hund sich gar nicht für die Belohnung. In Wirklichkeit hat er aufgegeben, weil er sich hoffnungslos überfordert fühlt.
Auch wenn ein Irish Setter mit Leichtigkeit über eine Hürde springt, muss ein gleich großer, aber doppelt so schwerer Berner Sennenhund das nicht auch schaffen. Der über Monate ausgebildete Rettungshund läuft ohne Zögern über eine wackelnde Hängebrücke, nun soll der halbjährige Schäferhund des Vereinskollegen das auch
mal probieren – und scheitert natürlich, weil Herrchen oder Frauchen mit ihren Anforderungen geradezu größenwahnsinnig anmuten. Der Hund fühlt sich über-fordert und frustriert, er verliert an Selbstvertrauen und traut sich immer weniger an neue Aufgaben heran – oder zumindest an solche, die von dem Menschen gestellt werden, der ihn immer wieder überfordert hat.
Es ist also wichtig zu bedenken, dass die Motivation des Hundes auch ganz entscheidend von seiner Einschätzung abhängt, ob er sich der Aufgabe gewachsen fühlt und gute Chancen sieht, sie zu lösen.

2. Die Rahmenbedingungen müssen passen

Auch wenn die in Aussicht gestellte Belohnung stimmig ist und der Hund sich einer Aufgabe grundsätzlich gewachsen fühlt, kann die Motivation unzureichend sein. Dies ist dann der Fall, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Nehmen wir an, Sie könnten sehr gut kopfrechnen und man böte Ihnen 500,– Euro dafür an, dass Sie drei Stunden lang einfache Rechenaufgaben im Kopf lösen. Klingt gut, oder?! Aber wie wäre es um Ihre Motivation bestellt, wenn diese drei Stunden mitten in der Nacht auf freiem Feld bei Schneeregen stattfinden sollten und Sie nur mit leichter Jeans und T-Shirt bekleidet wären? Oder auf einer seit Wochen nicht gereinigten Bahnhofstoilette? Dieses Szenario mutet auf den ersten Blick unrealistisch an, aber schauen wir mal näher hin: Auf vielen Hundeplätzen werden auch heute noch im Winter bei Eiseskälte lange Übungseinheiten mit „sitz“, „Platz“ und „bleib“ auf kaltem, matschigem Boden verlangt. Die Trainer und Hundehalter achten bei diesen Übungen nicht darauf, ob die Hunde frieren, es ihnen unangenehm ist, sich in den Dreck zu legen oder andere Rahmenbedingungen nicht stimmen. Die Hunde sollen einfach tun, was ihnen gesagt wird und damit fertig. Schließlich kennen sie das Kommando ja! Aber Rahmenbedingungen gehören eben auch dazu, und auf sie zu achten und damit die Bedürfnisse des Hundes zu würdigen, dazu möchten wir anregen, denn die meisten Menschen möchten ihrem Hund ja eigentlich Gutes tun.
Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, sind unsere Hunde wenig bis gar nicht motiviert, angesagte Übungen auszuführen, obwohl sie diese eigentlich beherrschen und Leckerchen zur Belohnung in Aussicht gestellt werden. Passende Rahmenbedingungen können übrigens für jeden Hund anders aussehen. Die Herdenschutzhündin Emma, die vor einigen Jahren ins Training kam, legte sich ohne zu zögern beim schlechtesten Wetter für Stunden nach draußen, ihr dickes Fell schützte sie genug, mit ihr konnte man bei jedem Wetter arbeiten – außer bei Hitze, da konnte sie sich auf rein gar nichts konzentrieren. Zwei kurzhaarige Hunde, die zur Zeit trainiert werden, blühen dagegen bei Wärme auf und lernen die tollsten Sachen – sobald aber Regen vom Himmel fällt, muss das Training abgesagt oder in einen Innenraum verlegt werden, denn sie fangen sofort an zu zittern und zu frieren und ihre Motivation sinkt auf Null. Beide bekamen deshalb inzwischen einen Mantel.

Um den Hund zu guter Arbeit zu motivieren, sind also mindestens drei Dinge erforderlich:
– eine erstrebenswerte Belohnung,
– dass sich der Hund der Aufgabe gewachsen fühlt und
– passende Rahmenbedingungen.Betrachten Sie unter diesen Gesichtspunkten doch einmal, wie Sie in der letzten Zeit mit Ihrem Hund trainiert haben. Vielleicht können Sie das ein oder andere ändern, damit er in Zukunft (noch) besser motiviert ist? Wir wünschen viel Spaß und Erfolg bei der gemeinsamen Arbeit!

Clarissa v. Reinhardt, www.animal-learn.de
Marion Elstrodt, www.hundepartner.com

P.S.: Hiermit laden wir alle Hundefreunde ein, bei der Verbreitung dieses Textes zu helfen. Wir erlauben als Autorinnen ausdrücklich, ihn (vollständig, unverändert und unter Nennung der Quelle) auf anderen Homepages zu veröffentlichen, auszudrucken und zu verteilen oder auf ihn hinzuweisen.

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Von Britta Laupichler, Hundeschule Hund-aufs-Herz

Beistehen ausdrücklich erwünscht

Es ist bekannt, dass Hunde sehr soziale Lebewesen sind. Der genetische Vorfahre Wolf lebt in klar strukturierten Familienverbänden in denen es im großen Teil darum geht, miteinander zu kommunizieren, zu interagieren und voneinander zu lernen. Und das Alles meist recht harmonisch.
Auch unsere Hunde sind oft bereit, sich dem Menschen eng anzuschließen, gar, sich führen zu lassen von uns. Zu einer guten Führung gehört auch das Beistehen in verunsichernden, anstrengenden oder gar schwierigen Situationen.

Leider sehe ich immer wieder Menschen, die ihren Hunden in eben solchen Situationen nicht beistehen. Mir kommt ein Mensch mit 2 Hunden entgegen, wovon 1 Hund sehr gut sichtbar sich vor uns, vor mir, vor meinen Hunden fürchtet. Und zwar so sehr fürchtet, dass er seinem Menschen und seinem Hundekumpel nicht weiter folgt, als diese uns entgegen kommen. Der Mensch mit seinem „mutigen“ Hund geht grüßend an uns vorbei, der 2te Hund will das offensichtlich auch, doch er hat Angst. Er bleibt 20 Meter vor uns stehen. Läuft dann unsicher hin und her, sucht einen Weg, um zu seiner Gruppe zu kommen. Der Mensch des ängstlichen Hundes bleibt irgendwann stehen, ruft seinen Hund, freundlich, lockt und ruft. Nichts passiert.

Da mir der ängstliche Hund leid tut und ich zudem verhindern will, dass er in seiner Not auf die Straße läuft, weiche ich mit meinen Hunden ca. 8 Meter in den Wald aus. Sobald wir im Wald stehen RENNT der 2te Hund zu seinem Menschen. Hier wird er freundlich empfangen.

Ich freue mich, dass sein Mensch nett zu ihm ist. Aber: warum musste er, der Hund, das alleine durchstehen?

Wenn ich weiß, dass mein Hund Angst vor etwas hat, dann lasse ich ihn doch nicht in genau so einer Angstsituation ALLEINE! Nein, ich gehe mit meinem Hund gemeinsam durch die Situation, oder lasse diese vorbeiziehen. Auf jeden Fall stehe ich ihm bei!

Es geht hier nicht nur um Menschlichkeit, sondern auch darum, was und wie ein Hund lernen kann.

Viele sagen: „Nur wenn er alleine diese Angstsituation überwindet, lernt er in Zukunft damit umzugehen. Wenn ich ihm helfe, dann ‚betüdele’ ich ihn.“

Leider ist dieser Glaube immer noch sehr weit verbreitet. Ich bin davon überzeugt, dass es anders ist.

Wenn der Mensch seinem Hund beisteht in schwierigen Situationen KANN der Hund lernen, diese Situation zu meistern. Durch die Hilfe des Menschen. Mit Hilfe ist übrigens oft nicht mehr als ein neben dem Hund laufen, bei dem Hunde stehen gemeint. Eben: bei ihm zu sein. Oft ist der Hund ja erst fähig mit Hilfe vom Menschen für ihn schwierige Situationen zu bewerkstelligen. Und oft erleben wir, dass der Hund dann peu à peu lernt, auch mit weniger Hilfe anstrengende Begegnungen zu schaffen. WEIL er anfangs MIT seinem Menschen gelernt hat: hey, das geht ja doch irgendwie.

Wenn ich sehe wie Menschen ihren ängstlichen Hund alleine lassen, ihm nicht beistehen, habe ich manchmal das Gefühl, sie sind selber unsicher, und es ist ihnen unangenehm wenn sie nun ihren Hund begleiten (vielleicht ist es auch noch ein stattlicher Schäferhund, oder ein knackiger Boxer). Wie sieht das denn aus, wenn man den an „die Pfote nimmt“?

Ganz ehrlich? Das sieht wunderbar aus!

Wir müssen uns doch nicht für unser Mitgefühl und unsere Fürsorge schämen! Ganz und gar nicht!

Es ist ein gutes Gefühl seinem Hund beizustehen, schwierige Momente zusammen zu meistern, und somit auch gemeinsam an der Situation zu wachsen. Jeder Hund hat es verdient, freundlich & souverän geführt zu werden – das tut gut: Hund & Mensch.

Also: Beistehen ausdrücklich erwünscht!

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Von Anja Petrick, Hundeschule Hund-er-leben

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Jeder der einen Welpen hat kennt das: die Zähnchen vor dem Zahnwechsel sind spitz, die kleinen Fellknäuel haben die Beißhemmung noch nicht richtig gelernt und schon tut es weh … Hände, Arme, Füße – nichts ist vor den kleinen Schnappschildkröten sicher und das kann bei sehr wilden Exemplaren extrem unlustig werden.

Wenn der kleine Welpe seine „wilden 5 Minuten“ hat können folgende Dinge helfen:

  • Laut „Aua“ sagen und wegdrehen, das Spiel abbrechen sobald der Welpe zu fest beißt. Bei manche hilft das schon.
  • Versuchen auf ein Spielzeug umzuleiten in das der Welpe beißen kann, anstatt uns als lebendes Spielzeug zu gebrauchen.
  • Oft kündige sich die „Anfälle“ an, z.B. zu bestimmten Uhrzeiten, nach dem Gassi gehen etc. BEVOR der Welpe nun so wild wird biete ich ihm etwas zu kauen an, Welpengerechte Kaustangen oder einen gefüllten Kong. Kauen beruhigt, so kann er sich an der Kaustange oder am Kong „in die Ruhe kauen“.
  • Räumlich durch ein Kindergitter begrenzen. Wird der Welpe zu heftig kann man selbst über das Kindergitter steigen oder die kleine Schnappschildkröte dahinter setzen. So wird er nicht weggesperrt, sieht, hört und riecht seine Menschen noch aber es ist ein effektiver Spielabbruch. Hier ist es wichtig den Welpen erst wieder dazu zu holen wenn er sich auch wirklich beruhigt hat und einen Moment ruhig war! Wenn er gleich wieder anfängt zu beißen wenn man ihn dazu holt, gleich wieder hinters Kindergitter setzen.
  • Selbst ruhig bleiben. Wenn ihr schimpft und laut werdet puscht das euren Welpen nur noch mehr hoch. Statt dessen selbst ruhig bleiben und das Ganze nicht als persönlichen Angriff sehen. Manche Welpen brauchen einfach unsere Hilfe um besser zur Ruhe zu kommen!

Grundsätzlich gilt: Nicht zu viel mit dem Hundebaby machen. Welpen die permanent bespaßt werden, viel zu lange Spazieren geführt werden und mit denen sehr wild gespielt wird tendieren deutlich extremer dazu zu Schnappschildkröten zu werden.

Fürs Gassi gehen gilt: pro Lebenswoche 1 Minute Spazieren gehen. Ihr dürft mehrmals am Tag gehen, aber am Stück nur so viele Minuten wie euer Welpe an Lebenswochen alt ist.

Je wilder und heftiger ihr mit eurem Welpen rangelt und zergeht, je heftiger geht auch euer Welpe mit euch um. Und das wird nicht besser je älter er wird …

Welpen brauchen 18-22 Stunden Ruhephasen und Schlaf am Tag!

Viele machen den Fehler und gehen viel zu lange und machen zu viel. Dann stresst sich der Welpe hoch und ihr denkt er braucht noch mehr Auslastung. Was zu einem gestressteren und dadurch unleidigeren und wilderen Welpen führt.

Also, entspannt euch, geht liebevoll mit eurem Fellkind um und erklärt ihm freundlich die Menschenwelt und lasst ihm Zeit zum lernen. Keiner von uns hat nach dem Kindergarten sofort seinen Schulabschluss gemacht, allerdings habe ich oft das Gefühl dass genau das von den Welpen verlangt wird. Und diesem Anspruch kann kein Hund stand halten.

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Von Anna Schremser, Hundeschule Dog to Me, www.dogtome.at

 

„Bello, nein! Nein! Nein! Neiiiin!“ So dröhnt es aus Nachbars Garten. Bello sieht aber nur die Wurst in Frauchens Hand und springt ständig hoch. Er stellt sich auf die Hinterbeinchen und tapst mit der rechten Vorderpfote auf Frauchens Knie. „Nein! Bello! Nein!“ keift diese immerfort. Bello versucht etwas anderes. Er fiebt und winselt. Das scheint nicht zu helfen. Also springt er abermals hoch um an die Wurst zu kommen. Doch Frauchen will nicht verstehen und schreit immer wieder nur „Nein! Bello, nein! Neiiiiin! So nicht!“

Bello wird immer ungeduldiger und hechelt aufgeregt. Die Zunge hängt weit aus seinem Maul, mit nicht minder weit aufgerissenen Augen die Wurst fixierend. Er bellt sein Frauchen an. Tänzelt vor ihr herum um irgendwie an die Wurst zu kommen. Er setzt sich hin und steht auch schon wieder auf um an Frauchen erneut hochzuspringen. Doch diese fuchtelt nur mit der Wurst in der Hand herum und keift wie ein Maschinengewehr das Wörtchen „Nein!“ in Bellos Richtung.

Nach wie vor strengt sich Bello an. Er ist ein kleiner Spitz-Mischling und so schnell gibt ein Spitz nicht auf! Zu verlockend ist der Duft der Wurst. Bello versteht die Welt nicht mehr und hechelt immer hastiger, springt höher und höher und wird dabei richtig hysterisch. Frauchen schubst ihn auf die Seite und kennt wohl nur ein Wort: NEIN!

Bello ist mit den Nerven am Ende und setzt sich erschöpft hin. Er beginnt sich zu kratzen und da… endlich! Die Wurst bewegt sich in seine Richtung. Hastig schnappt er danach und erwischt wohl dabei Frauchens Finger. Wie Frauchen darauf reagiert? Ja genau.. sie zischt ein „Nein, Bello!“ auf den armen kleinen Knirps.

Bello ist erledigt. Völlig erschöpft. Zugleich kann er jedoch nicht anders als das nächst beste herumliegende Stofftier zu schnappen um aufzureiten. Dann packt er es mit dem Maul und schüttelt es. Frauchen springt hin und will es ihm wegnehmen. Sie denkt wohl er will spielen und der Dialog geht eintönig weiter wie bisher.

Ich frage mich bei solchen Szenen, was der Hund dabei lernen soll? Was die Besitzer eigentlich damit bezwecken wollen und sie sich überhaupt denken? Was sollte Bello also tun? Das wurde ihm weder gesagt und schon gar nicht gezeigt. Hellseherische Kenntnisse werden anscheinend vorausgesetzt, anders kann ich es mir nicht erklären.

Bello ist damit keineswegs alleine. Das Wörtchen „Nein!“ ist aber auch zu verlockend! Fehlt nur noch, dass die Besitzer beginnen bis Drei zu zählen. Und sie dann erwarten, dass Hund bei Drei das tut, was sie verlangen. Und das soll Hund schließlich aus deren Gedanken lesen. Hunde können ja sowas. Noch viel schlimmer: Sie machen das nur, weil sie uns Menschen eins auswischen wollen. Weil sie’s uns zeigen wollen, mitunter ach so dominant sind (einen Lacher muss ich mir jetzt direkt verkneifen) und aus Protest das jetzt einfach nicht machen. Schluss mit Sarkasmus.

Wie kann mans nun besser machen?

In erster Linie muss dem Hundehalter überhaupt mal klar sein, welch’ ein Verhalten er denn gerne hätte und dieses gewünschte Verhalten sollte dann auf positive Weise bestärkt werden. Man nennt es „positive Verstärkung“, dh man fügt etwas Gutes hinzu, wie zB ein Leckerli oder Spielzeug. Was für den Hund eine tolle Belohnung ist, kann man leicht herausfinden. Jeder Hund präferiert etwas anderes: die einen fahren auf Futter ab, während die anderen ihrem Lieblingsquietschi den Vorzug geben. 

Jedenfalls muss das gewünschte Verhalten Hunden erst schrittweise gelernt und somit gezeigt werden. Woher sollte Bello wissen was Frauchen will? Sollte er sich hinsetzen oder hinlegen? Sollte er Laut geben oder einfach ruhig auf die Wurst warten um zB an der Impulskontrolle zu arbeiten? 

Achtet man dann auch noch auf eine klare Körpersprache, fällt es auch dem Hund leichter zu verstehen. Hunde achten nämlich viel mehr darauf, als aufs gesprochene Wort. 

Dem Hund Grenzen aufzuzeigen und Regeln vorzugeben ist wichtig, sofern man auch konsequent ist. Dies gibt Hunden wiederum Sicherheit und Klarheit. Denn wenn wir in unserem Handeln und unserer Erwartung dem Hund gegenüber inkonsequent sind und es jedes Mal anders machen, verwirren wir ihn nur unnötig, wodurch der Hund wiederum in Erwartungsunsicherheit verfällt. Deshalb stellt gemeinsam in der Familie Regeln (im Bezug auf die Hundeerziehung) auf, die jeder gleich befolgt, so kennt sich auch dein Vierbeiner aus. 

Nun werden sich manche Leser vielleicht fragen, was man dann tun soll um dem Hund zu vermitteln, dass er auf dem Holzweg ist. Man kann zB ein Abbruchsignal oder Korrekturwort aufbauen. Also ein Wort, bei dem Hund weiß, dass er nicht richtig liegt oder eben das Verhalten nicht gewünscht ist. Das Wort “Nein” eignet sich meines Erachtens insofern nicht sonderlich dafür, weil wir es in unserem täglichen Sprachgebrauch mehr oder weniger häufig verwenden und es rutscht einem womöglich auch viel zu leicht und bissig über die Lippen.  Ich habe hierfür etwas gewählt, was ich so nie verwende und allein schon wie ich es sage, gibt nicht nur meinem Hund, sondern auch meinen Schülern rasch zu verstehen, dass ich etwas so nicht haben will. So bestimmt ich in solchen Situationen auch sein kann, genauso rasch switch’ ich um und lobe gewünschtes Verhalten.

Alles natürlich individuell an den Hund angepasst, schließlich ist nicht jeder gleich sensibel.. 

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